Prävention soll zur Integration führen PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Zevener-Zeitung: Lutz Hilken   
Freitag, 06. November 2015 um 07:35

Grundschule Selsingen stellt Konzept für soziale Arbeit mit Flüchtlingskindern und deren Familien vor

 

Die zunehmende Zahl von Schülern mit Migrationshintergrund stellt die Grundschule Selsingen vor neue Herausforderungen. Denen stellt sie sich. Rektor Jürgen Marherr präsentierte dem Selsinger Samtgemeinderat jetzt ein Konzept zur sozialen Arbeit mit Flüchtlingskindern und deren Familien.

Dieses bezieht sich auf die Schulsozialarbeit, die hier Hilfe anbieten und dazu beitragen soll, Hemmschwellen zu überwinden, schnell am normalen Schulalltag teilzunehmen, Freude am Besuch der Schule zu entwickeln, sich sicher zu fühlen und neue Freunde zu finden.

„Gleichzeitig ist es wichtig, die bestehende Schülerschaft entsprechend zu motivieren, sich daran aktiv zu beteiligen Flüchtlingskinder aufzunehmen und zu integrieren“, heißt es in dem Kurzkonzept. Die geplante Hilfe schließt Eltern und Geschwister mit ein, um die persönliche Geschichte zu begreifen.

Das Konzept sieht vor, Flüchtlingskindern sofort bei der Einschulung eine entsprechende Ausstattung zur Verfügung zu stellen, damit sie direkt am Unterricht teilnehmen können und nicht unnötig Zeit verstreicht. Finanziert werden soll dies zum Teil aus dem Grundausstattungsbetrag des Sozialamtes, mit Spenden und auch mit dem 1400- Euro-Gewinn aus dem Volksbanken Wettbewerb „Fair bringt mehr“ des vergangenen Schuljahres. Zudem sollen Eltern angeschrieben und eingeladen werden, gebrauchtes Schulmaterial in einen aufzubauenden Fundus aufzunehmen. Daneben sollen Flüchtlingskinder in soziale Kompetenztrainings der Schulsozialarbeit aufgenommen werden. Für die Lehrkräfte sei nicht nur das Fehlen der Deutschkenntnisse von Flüchtlingskindern eine zu bewältigende Hürde. „Oft sind Kinder mit Flüchtlings- und Migrationshintergrund durch ihre persönliche Geschichte entsprechend verhaltensauffällig“, berichtet die Grundschule in dem Konzept.

Daher solle die Schulsozialarbeit hier, zusätzlich zu den bisherigen Angeboten, schnell entsprechende Hilfs- und Beratungsangebote für Lehrkräfte entwickeln. Außerdem müsse die Schulsozialarbeit neue Netzwerke bilden, um zeitnah etwa Übersetzer bereitzustellen. Die Schulsozialarbeit solle als zentraler Anlaufpunkt für Kinder und Familien dienen, um Hilfe zu erhalten

Informelle Angebote

Ferner sei geplant, informelle Angebote – nicht nur für Flüchtlingskinder – wie Bastelnachmittage zu veranstalten oder ein Familiencafé einzurichten, um einander in angenehmer Atmosphäre kennenzulernen. Wichtig sei es, vorbereitet zu sein. „Erst zu reagieren, wenn Probleme auftreten, entspricht keinesfalls dem präventiven Charakter der Schulsozialarbeit der Grundschule Selsingen“, heißt es weiter in dem Konzept. „Prävention führt zur Integration und leistet damit einen wichtigen Beitrag zum guten Zusammenleben in der Samtgemeinde.“

Rektor Jürgen Marherr dankte dem Samtgemeinderat ausdrücklich für die Wertschätzung, die sich in der Möglichkeit zeige, die Arbeit in dem Gremium darzustellen. Langfristig werde sich die präventive soziale Arbeit in den Haushalten bemerkbar machen.

Derzeit habe die Grundschule Selsingen 19 Schüler mit Migrationshintergrund, davon neun aus Flüchtlingsfamilien. „Das erscheint erstmal relativ wenig“ bei insgesamt rund 300 Schülern, räumte Jürgen Marherr ein. Aber in Selsingen werde vorausschauend und präventiv gearbeitet.

Hier spiele die Schulsozialarbeit eine entscheidende Rolle. Sie habe die Aufgabe, die oben genannten Punkte mit Leben zu füllen, um letztlich die Menschen zu integrieren. Das Konzept werde bald von der Gesamtkonferenz der Grundschule „aller Wahrscheinlichkeit nach verabschiedet werden“. Damit einher gehe ein Antrag an die Samtgemeinde, die Schulsozialarbeiterstunden auf eine ganze Stelle zu erhöhen. Jürgen Marherr: „Wenn man vorausschauend plant, kann man viele Dinge, die später viel Geld kosten, einsparen.“

Ratsvorsitzender Dr. Hein-Arne zum Felde kommentierte, die Erhöhung der Stundenzahl werde dann im Schulausschuss beraten.

 

 

 

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