Seilspringen als Vorsorge PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Zevener-Zeitung: Lutz Hilken   
Donnerstag, 01. Juni 2017 um 09:25

Die Klasse 4b der Grundschule Selsingen ist am Montag ordentlich ins Schwitzen gekommen. Der Grund: Die Mädchen und Jungen beteiligten sich an einem zweistündigen Basis-Kurs in der sportlichen Variante des Seilspringens: „Rope Skipping“. Das Präventions-Projekt der Deutschen Herzstiftung soll den natürlichen Bewegungsdrang der Kinder fördern.

 

Dem Herzen Gutes zu tun, um das Risiko späterer Erkrankungen zu senken, das ist das Ziel von „Skipping Hearts“, so der Name des Projektes. Denn wer bereits von Kind an einen gesunden Lebensstil mit Bewegung und gesunder Ernährung pflegt, der beugt Herzerkrankungen vor, verdeutlicht die Deutsche Herzstiftung.

Workshop-Leiter Ronny Steinbrück vermittelte den Selsinger Viertklässlern in der Turnhalle diverse Sprungvariationen. Ob alleine, mit Partner oder in der Gruppe: Das sportliche Seilspringen treibt den Puls in die Höhe und trägt – regelmäßig ausgeübt – dazu bei, „sehr lange ein gesundes Herz zu haben“, verdeutlichte der Trainer, als die Klasse 4b ihre just erlernten Fertigkeiten vor Mitschülern und manchen Eltern unter Applaus vorführten. Sodann hatten alle Zuschauer die Chance, sich eines der Seile zu nehmen und den Sport selbst auszuprobieren. Eine Gelegenheit, die sowohl Kinder als auch Erwachsene gerne wahrnahmen.

Kostenloser Basis-Kurs

Mit dem kostenlosen Basis-Kurs ist das Projekt nicht beendet, sondern er soll als Anstoß dienen. So bieten die Initiatoren bei Interesse ein Aufbau-Training an. In Selsingen werden zukünftig in der „bewegten Pause“ der Grundschule sicher einige Springseile zum Einsatz kommen, deutete Sport-Fachkonferenzleiter Stefan Bonkowski an. Und sollte weitere Nachfrage bestehen, könnten Seile nachgeordert werden.

Der Pädagoge steht dem Projekt positiv gegenüber, das unter anderem Ausdauer, Körperspannung oder kognitive Fähigkeiten der Schüler fördert und sich auch als Sportart beim Deutschen Sportabzeichen kombinieren lasse. Das Rope-Skipping solle als Angebot an der Grundschule fortgeführt werden. Zumal das Seilspringen weitere Vorteile bietet: Das Sportgerät trainiert den gesamten Körper und passt in jede Reisetasche.

Das Herz-Vorsorge-Projekt „Skipping Hearts“ gibt es in neun Bundesländern und hat nach Angaben der Deutschen Herzstiftung mit 10 000 Workshops bereits mehr als 500 000 Kinder erreicht.

 

Das sportliche Präventions-Projekt soll den natürlichen Bewegungsdrang von Kindern fördern und späteren Herzerkrankungen vorbeugen.

 


3 Fragen an . . .

 

Ronny Steinbrück, Workshop-Leiter

 

Warum ist Bewegung für Kinder so wichtig? Der Bewegungsdrang steckt in den Kindern. Rope- Skipping ist eine Möglichkeit, ihnen einen Kanal dafür zu geben. Nach meiner Erfahrung macht Kindern Bewegung ungemein viel Spaß. Das Rumsitzen und Faulsein ist eher antrainiert; denn normalerweise sind Kinder sehr aktiv und lebendig. Worauf wir letztlich hinauswollen ist das Phänomen, das später auftaucht: Bewegungsmangel und Übergewicht. Das sieht man vor allem in der Pubertät. Die Erfahrung zeigt, dass Kinder, die schon sehr früh anfangen, sich regelmäßig zu bewegen, dies auch im Jugend- oder Erwachsenenalter beibehalten.

Welche Körperpartien werden mit dem Rope-Skipping besonders trainiert? Die Sportart fördert den ganzen Körper: Beinmuskulatur, Oberkörper, Bauch, Rücken, aber auch Brustkorb, Schultern und Arme, weil der Körper bewegt wird, um das Seil am Laufen und den Rhythmus zu halten. Viele Sachen passieren, die mit Drehungen, höheren Sprüngen, mit schnellerem Drehen des Seils zu tun haben. Da wird der ganze Körper gefordert. Das Herz-Kreislauf-System kommt in Gang, der Puls geht bei dieser Sportart schnell nach oben – mehr als bei vielen anderen Sportarten.

Welchen Eindruck nehmen Sie von der Selsinger Workshop- Gruppe mit? Die Kinder waren gut dabei, vor allem vom Sozialverhalten her toll. Wir erleben es ganz oft, dass sie vom Sozialverhalten eher schwach sind, sie viele Streitereien und geringe Frustrations-Toleranzen haben. Da wird schon mal ein Seil weggeschmissen. Das gibt es leider häufiger mal, war heute hier in Selsingen aber nicht der Fall. Sportlich gesehen hat man schon gemerkt, dass die Kinder zum ersten Mal teilgenommen haben. Wir haben Schulen, die schon häufiger an dem Projekt beteiligt waren und denen wir die entsprechenden Vorerfahrungen anmerken.

 

 

 

 

 

 

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