Abschied mit Herz und Humor Drucken
Geschrieben von: Zevener-Zeitung (01.02.2018) Lutz Hilken   
Dienstag, 27. Februar 2018 um 08:01

Persönliche Lieder, Sketche, Gedichte und Worte für Selsinger Grundschulleiter Jürgen Marherr

 

Der lobenden Worte hätte es nicht bedurft: So sehr war am Mittwoch die große Wertschätzung für Jürgen Marherr zu spüren und zu sehen. Der Rektor der Grundschule Selsingen wechselt in den Ruhestand. Zum Abschied präsentierten Schüler und Kollegium in der Aula ein sehr persönliches Programm mit Herz und Humor.

 

Da gab es die musikalischen Momente, als die Klasse 4c zum Auftakt „Freude schöner Götter Funken“ und die Schul-Hymne vortrug. Und wenig später plus Kollegium das auf Jürgen Marherr gemünzte Lied „Ach, du liebe Zeit, ist es schon so weit?“ von Lehrer Claas Dornhöfer sang.

Oder als der zweite Musiklehrer Ulrich Hotsch zur Melodie von „Schuld war nur der Bossa Nova“ einen sehr persönlichen Text für den ausscheidenden Rektor sang und am Klavier spielte.

Und spätestens, als das gesamte Kollegium auf der Bühne stand und eine umgedichtete Werder- Bremen-Hymne als „Jürgen Marherr – lebenslang hellblau“ sang, durfte so manche Träne fließen.

Applaus für Akrobatik

Diese Herzlichkeit fand sich auch bei mit viel Applaus bedachten Akrobatik-Vorführungen der Klasse 3 b sowie einem Sketch des Kollegiums wieder. Hier präsentierte das Pädagogen-Team einen nicht ganz ernst gemeinten Morgen im Lehrerzimmer, parodierte dabei den Chef – mit Schnurrbart –, der gerne auf Studien verweist. Fachdezernent Ulrich Dettling von der Landesschulbehörde interviewte Jürgen Marherr, der in zwölfeinhalb Jahren seiner Dienstzeit viel bewegt hat und aus dem Nähkästchen plauderte. Bei allem Humor appellierte Marherr jedoch mit Verweis auf eine Studie, über die Vergabe von Noten nachzudenken. Für gute Schüler seien sie okay, aber für Schüler, die nicht gut mitkommen, seien sie kontraproduktiv.

Der Selsinger Samtgemeindebürgermeister Gerhard Kahrs erhielt besonderen Applaus, als er verkündete: „Der Musikraum ist noch nicht an der richtigen Stelle, das Lehrerzimmer ist zu klein, mindestens zwei weitere Unterrichtsräume und Nebenräume sind notwendig, um große Klassen oder eine Teilunterbringung in der Heinrich Behnken-Schule zu vermeiden. Die Samtgemeinde wird in 2018 Haushaltsmittel für einen weiteren, letzten Anbau bereitstellen, um die Probleme dauerhaft zu lösen.“

Persönliche Gedichte, Grußworte und Geschenke von aktuellen und ehemaligen Mitarbeitern, der Kirchengemeinde und nicht zuletzt Helmut Winkelmann, dem kommissarischen Schulleiter, bereicherten die Feier. Darin kamen die fachlichen und menschlichen Qualitäten Marherrs mit Dankbarkeit zur Sprache, sein Interesse am Gegenüber und am Miteinander, die Herzlichkeit, das genaue Hinsehen und Zuhören, die Authenzität, der Einsatz für Schwächere. Winkelmann: Der Rektor habe den „Spagat zwischen Kollege und Chef gemeistert“. Fazit: „Jürgen – Pädagoge, Kollege, Freund, einfach super.“

 

Ein Morgen im Lehrerzimmer der Grundschule: Das Kollegium parodiert den Chef mit Schnurrbart und nimmt sich selbst auf die Schippe.

 

 „Ach, du liebe Zeit, ist es schon so weit?“Kinder und Kollegium singen ein rührendes Lied von Musiklehrer Claas Dornhöfer für Jürgen Marherr.

 

Verstehen sich: Rektor Jürgen Marherr (links) und der kommissarische Schulleiter Helmut Winkelmann. (links) und der kommissarische Schulleiter Helmut Winkelmann.